Die erste Frage, die man sich da stellt, ist: Geht das überhaupt? Da ist das Material auf der einen Seite, da ist der schnelle Eindruck auf der anderen. Der Eindruck, der zu einem Mal- und Zeichenstil des Unverbindlichen und Flüchtigen führte. Aber in der Plastik und der Skulptur? Können Materialien wie Stein, Holz und Bronze Unverbindlichkeit und Flüchtigkeit ausdrücken? Die Antwort hierauf versucht die Ausstellung “En Passant” im Frankfurter Städel Museum zu geben.

Corona-bedingt haben wir online unsere Timeslot-Tickets besorgt und dürfen mit unserer privaten Kleingruppe ohne die sonst übliche Warteschlange direkt in die heiligen Hallen hineinspazieren. Der zentrale Künstler ist Edgar Degas, um den herum weitere Meister ihres Faches die Antwort geben: ja, solides Material und luftige Impression lassen sich verbinden. Degas´ Plastik einer 14-jährigen Tänzerin – Ende des 19. Jahrhunderts ein Skandal – wirkt heute eher harmlos und in ihrer Box aus Sicherheitsglas so, als wolle sie sich vor dem Skandal-Virus des 21. Jahrhunderts schützen. Die Plastik begründete 1881 den Gattungsbegriff “Impressionistische Bildhauerarbeit”. Richtig prägend war sie, was eine impressionistische Anmutung angeht, wohl nicht. Da kommen eher die skizzenhaften Plastiken ins Spiel: natürlich von Edgar Degas aber auch von Rembrandt Bugatti, Giovanni Segantini, Medardo Rosso, Leonardo Bistolfi oder Auguste Rodin. Ach ja, da war ja auch noch Camille Claudel – vielleicht die einzige Frau unter den impressionistischen Bildhauern? Warum ist sie nur als Randerscheinung präsentiert?

Die Ausstellung profitierte enorm von dem großartigen Setting inmitten der impressionistischen Malermeisterwerke aus dem Bestand des Städel.

Wer war außer uns in der Ausstellung? Hat sie Euch überzeugt?

 

Seht Euch hier ein offizielles Video über die Ausstellung an.